Produkte > Technische Grundlagen zur Trocknung
mit und ohne Vakuum

Technische Grundlagen zur Trocknung:

 

Trocknungstechnische Begriffe:

 

Trocknen:

Als Trocknen bezeichnet man den Entzug von Feuchtigkeit aus einer Substanz; indem die Feuchtigkeit in Dampf umgewandelt und abgeführt wird.

 

 

Dampf:

Als Dampf bezeichnet man die gasförmige Erscheinungsform derjenigen Stoffe, welche bei normalen Raumtemperaturen als Flüssigkeit vorliegen.

 

 

Verdampfen:

Als Verdampfen bezeichnet man den Phasenübergang von Flüssigkeit in Dampf bei Siedetemperatur.

 

 

Verdunsten:

Als Verdunsten bezeichnet man das Verdampfen einer Flüssigkeit unter Luft- oder Gasatmosphäre ohne dabei zu sieden. Verdunsten ist also ein Verdampfen unterhalb der Siedetemperatur. Das Verdunsten findet an der Flüssigkeit-Oberfläche statt.

 

 

Wie funktioniert Trocknung im Trockenschrank

 

Grundlage der Trocknung ist der Dampfdruck der Flüssigkeit.

 

Bei der im Trockenschrank, mittels Konvektion, durchgeführte Trocknung wird die Feuchte in Dampf umgewandelt, daher kommt es im Wesentlichen auf den Dampfdruck der zu verdampfenden Flüssigkeit an.

 

Erhöht man die Temperatur so weit, dass der Dampfdruck den Atmosphärendruck erreicht, so beginnt die Flüssigkeit zu sieden. Im Inneren der Flüssigkeit bilden sich dann gegen den Außendruck Dampfblasen, die die Flüssigkeit verlassen. Fortgesetztes Sieden ist nur bei Abtransport des Dampfes über den Abluftstutzen möglich.

 

 

 

Trocknung kann nur durch die Druckdifferenz, zwischen dem Umgebungsdruck (Atmosphäre) und dem Dampfdruck der zu verdampfenden Flüssigkeit erfolgen.

 

Beim Trocknen ist der Umgebungsdruck immer kleiner als der Dampfdruck, PU < PG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TU

 

PU

 

TG

 

PG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapillarwirkung

 

Diffusion

 

Verdunsten, Verdampfen

 

Wärmezufuhr

 

 

 

Umgebungstemperatur

 

Umgebungsdruck

 

Gut-Temperatur

 

Druck im Gut

 

PU  <   PG 

 

 

 

Praktisch betrachtet: In einem offenen Topf siedet erhitztes Wasser dann, wenn sein Dampfdruck den Luftdruck der Umgebung übersteigt.

 

Mit steigender  Temperatur erhöht sich der Dampfdruck, da mehr Flüssigkeitsmoleküle zum Sieden gebracht werden und somit mehr Dampf erzeugt wird.

 

 

 

Zum Trocknen einer Substanz muss die Flüssigkeit also in die Dampfphase überführt werden und da beim Verdampfen der Flüssigkeit permanent Wärmeenergie verbraucht wird, muss diese Energie auch ständig nachgeführt werden.

 

 

Flüssige Reinstoffe besitzen konstante, jedoch druckabhängige, Siedepunkte:

 

Bei konstantem Umgebungsdruck 1013 mbar siedet z.B. Diethylether bei 34,6 °C, Ethanol bei 78,4 °C und Wasser bei 100 °C

 

 

 

Fortgesetztes Verdampfen (Sieden) ist jedoch nur bei Abtransport des Dampfes möglich, d.h. die Atmosphäre im Trockenschrank muss permanent ausgetauscht werden.

Denn, entspricht der Gehalt der Flüssigkeit in der Atmosphäre dem Dampfdruck (oder wird der sogar überschritten), dann ist keine Trocknung (Verdunstung und Verdampfung) möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

relativ trockene (ungesättigte) Luft

 

 

relativ feuchte (gesättigte) Luft

 

 

 

Die Trocknung verläuft umso schneller, je höher die Temperatur ist und je größer die Druckunterschiede zwischen Umgebung (Atmosphäre) und dem Dampfdruck einer zu verdampfenden Substanz sind.

 

 

 

 

 

 

 

Die Trocknung lässt sich starten oder beschleunigen durch:

 

 

 

- Temperatur erhöhen

 

- Druckdifferenz vergrößern (Vakuumkammer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Technische Grundlagen zur Vakuumtrocknung

  

Vakuumtechnische Begriffe:

 

Druckeinheit:

In der Vakuumtechnik gebräuchliche Druckeinheit ist das Millibar (mbar)

 

 

Umrechnung von Druckeinheiten:

 

1 Pa         = 1 N/m²

1 bar        = 100.000 Pa = 105 Pa

1 mbar     = 100 Pa        = 10² Pa 1 h Pa

1 Torr       = 133,32 Pa

1 mmHG  = 1 Torr          = 133,32 Pa

1 mm WS = 9,80665 Pa

 

 

Totaldruck:

Unter dem Totaldruck in einem Behälter versteht man die Summe aller Partialdrücke der sich darin befindlichen Gase und Dämpfe. Luft z.B. setzt sich aus verschiedenen Gasen, wie Stickstoff, Sauerstoff, Spurengase und Wasserdampf zusammen, siehe unten.

 

 

Zusammensetzung der atmosphärischen Luft:

 

 

Gasart

Gewicht-%

Volumen-%

Partialdruck, mbar

Stickstoff, N2

75,51

78,1

792

Sauerstoff, O2

23,01

20,93

212

Argon, Ar

1,29

0,93

9,47

Kohlendioxid, CO2

0,04

0,03

0,31

Neon, Ne

1,2 x 10-3

1,8 x 10-3

1,9 x 10-2

Helium, He

7 x 10-5

7 x 10-5

5,3 x 10-3

Methan, CH4

2 x 10-4

2 x 10-4

2 x 10-3

Krypton, Kr

3 x 10-4

1,1 x 10-4

1,1 x 10-3

Lachgas (Stickoxid), N2O

6 x 10-5

5 x 10-5

5 x 10-4

Wasserstoff, H2

5 x 10-6

5 x 10-5

5 x 10-4

Xenon, Xe

4 x 10-5

8,7 x 10-6

9 x 10-5

Ozon, O3

9 x 10-6

7 x 10-6

7 x 10-5

Summe

100 %

100 %

1013 mbar

 

Wasserdampf

(50 % RH bei 20 °C)

1,6 %

1,15 %

11,7 mbar

 

Luftdruck bei 50 % RH / 20 °C

 

 

1024 mbar

 

 

Partialdruck:

Unter dem Partialdruck eines bestimmten Gases oder Dampfes versteht man denjenigen Druck, den dieses Gas bzw. Dampf haben würde, wenn es alleine in einem Behälter sein würde.

 

 

Dampf:

Unter Dampf versteht man ein Gas, das bei einer bestimmten Temperatur noch nebeneinander in der flüssigen und gasförmigen Phase vorkommt.

 

 

Gas:

Unter fest und flüssig ist gasförmig einer der drei Aggregatzustände. Gas entsteht aus dem Verdampfen oder Sublimieren, d.h. liegt die Temperatur so hoch bzw. der Druck so niedrig, dass alle Flüssigkeit verdampft, dann spricht man von Gas.

 

 

Sättigungsdampfdruck:

Unter dem Sättigungsdampfdruck versteht man den Druck der dampfförmigen Phase eines Stoffes, d.h. wenn sich die flüssig- und dampfförmigen Phasen im Gleichgewicht befinden.

Der Sättigungsdampfdruck ist bei einem gegebenen Reinstoff eine Funktion der Temperatur des Dampfes.

Erreicht der Partialdruck den Sättigungsdampfdruck, dann ist keine weitere Verdunstung mehr möglich.

 

 

Siedepunkt:

Unter dem Siedepunkt versteht man den Punkt bei der eine Flüssigkeit von der flüssigen in die gasförmige Phase wechselt, man spricht dann auch von Verdampfen bzw. Sieden. Hingegen spricht man von Verdunsten, wenn ein Phasenübergang von der flüssigen in die gasförmige Phase unterhalb des Siedepunktes vorliegt. Die Verdunstung erfolgt an der Oberfläche der Flüssigkeit.

 

Der Siedepunkt einer Flüssigkeit ist temperatur- und druckabhängig. Der Siedpunkt ist ein Wertepaar im Phasendiagramm, bestehend aus Sättigungstemperatur (Siedetemperatur) und dem Sättigungsdampfdruck (Siededruck).

 

Wasser siedet z.B. bei einem Totaldruck von 1000 mbar und einer Temperatur von 100 °C. Bei einem Totaldruck von 100 mbar siedet Wasser bereits bei ca. 46 °C und bei 10 mbar schon bei 7 °C.

 

 

Siede- und Schmelzpunkte (Gefrierpunkte) einiger Lösungsmittel bei 1000 mbar:

 

Lösungsmittel

Schmelzpunkt, °C

Siedepunkt, °C

Äthylalkohol

Benzol

Chloroform

Diethylether

Isopropanol

Methanol

Nitromethan

Wasser

-114,5

5,49

-63,5

-116,4

-89,5

-97,9

-29,2

0,0

78

>100

61

34,6

82,4

64,7

101,8

100

 

Für reine Elemente ist der Schmelzpunkt identisch mit dem Gefrierpunkt. Die Schmelztemperatur ist im Gegensatz zur Siedetemperatur nur sehr wenig vom Druck abhängig

 

 

Vakuum:

Als Vakuum wird der Zustand definiert, der durch Verdünnung von Gasen und Dämpfen auf Drücke zwischen Atmosphärendruck (1013 mbar) und 0 mbar beim Abpumpen eines Behälters entsteht, d.h.  Druck oder die Dichte ist kleiner als die umgebende Atmosphäre.

 

 

Klassifizierung von Vakuum:

 

Druckbereich

Druck in mbar

Teilchenzahldichte pro cm³

Grobvakuum

103 bis 100

2,65 x 1019 bis 2,65 x 1016

Feinvakuum

100 bis 10-3

2,65 x 1016 bis 2,65 x 1013

Hochvakuum

10-3 bis 10-7

2,65 x 1013 bis 2,65 x 109

Ultrahochvakuum

10-7 bis 10-12 (∞)

2,65 x 109  bis 2,65 x 104

 

 

 

Wie funktioniert Trocknung im Vakuumtrockenschrank

 

 

 

 

 

Der Trocknungsvorgang soll am Beispiel Wasser und bei einer Temperatur von 20 °C erläutert werden:

 

Wie bereits erwähnt und aus dem Sättigungsdampfdruckdiagramm zu entnehmen, beträgt bei 20 °C der Sättigungsdampfdruck von Wasser 23,37 mbar. Oder mit anderen Worten: Wasser siedet bei einem Totaldruck von kleiner 23,37 mbar schon bei 20 °C. 

 

Liegt der Partialdruck des Wassers unter diesem Wert, so wird solange Flüssigkeit verdunsten, bis der Sättigungsdampfdruck erreicht ist. Es findet keine weitere Trocknung mehr statt. 

 

Soll in einem konventionellen Trockenofen (also ohne Vakuum) weiter getrocknet werden, so muss entweder die Temperatur erhöht werden >womit sich auch der Wert des Sättigungsdampfdruckes erhöht< oder es muss die Luft, bei welcher der Partialdruck des Dampfes bereits die Höhe des Sättigungsdruckes erreicht hat, durch ungesättigte Luft ersetzt werden.

 

Im Vakuumtrockenschrank wird jedoch über die Vakuumpumpe der Totaldruck, der beim konventionellen Trockenschrank ca. 1000 mbar (1 bar) beträgt, unter den Wert des Sättigungsdampfdruckes (23,37 mbar bei 20 °C) gesenkt.  

 

 

 

Durch ständiges Abpumpen des entstehenden Wasserdampfes (H2O-Gases) wird erreicht, dass der Totaldruck und damit auch der Partialdruck des Wasserdampfes immer unterhalb des Sättigungsdampfdruckes bleibt.

Dieser Vorgang kann solange aufrechterhalten werden, bis sämtliche Flüssigkeit verdampft ist.

 

Werden unter Vakuum andere Stoffe getrocknet, so ändern sich nur die Werte für den Sättigungsdampfdruck bei bestimmten Temperaturen. Das Prinzip des Trocknungsvorganges ist das gleiche.

 

Da für den Phasenübergang von flüssigen auf gasförmig Energie nötig ist (bei 1 Liter Wasser mit 20 °C werden 2,454 x 106 J/kg = 0,68 kWh/kg = 860 kcal/kg benötigt) muss über die Heizung Wärmeenergie zugeführt werden, um eine bestimmte Temperatur im zu trocknenden Gut konstant halten zu können.

 

 

Grundlage der Trocknung ist der Dampfdruck der Flüssigkeit.

 

Bei der im Trockenschrank, mittels Konvektion, durchgeführte Trocknung wird die Feuchte in Dampf umgewandelt, daher kommt es im Wesentlichen auf den Dampfdruck der zu verdampfenden Flüssigkeit an.

 

Erhöht man die Temperatur so weit, dass der Dampfdruck den Atmosphärendruck erreicht, so beginnt die Flüssigkeit zu sieden. Im Inneren der Flüssigkeit bilden sich dann gegen den Außendruck Dampfblasen, die die Flüssigkeit verlassen. Fortgesetztes Sieden ist nur bei Abtransport des Dampfes über den Abluftstutzen möglich.

 

 

 

 

 

      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TU

 

PU

 

TG

 

PG

 

 

 

 

 

 

     

 

 

 

 

 

Kapillarwirkung

 

Diffusion

 

Verdunsten, Verdampfen

 

Wärmezufuhr

 

 

 

Umgebungstemperatur

 

Umgebungsdruck

 

Gut-Temperatur

 

Druck im Gut

 

PU  <   PG 

 

 Mit steigender  Temperatur erhöht sich der Dampfdruck, da mehr Flüssigkeitsmoleküle zum Sieden gebracht werden und somit mehr Dampf erzeugt wird.

Praktisch betrachtet: In einem offenen Topf siedet erhitztes Wasser dann, wenn sein Dampfdruck den Luftdruck der Umgebung übersteigt.

 

 

 

 

 

Zum Trocknen einer Substanz muss die Flüssigkeit also in die Dampfphase überführt werden und da beim Verdampfen der Flüssigkeit permanent Wärmeenergie verbraucht wird, muss diese Energie auch ständig nachgeführt werden.

 

 

Flüssige Reinstoffe besitzen konstante, jedoch druckabhängige, Siedepunkte:

 

Bei konstantem Umgebungsdruck 1013 mbar siedet z.B. Diethylether bei 34,6 °C, Ethanol bei 78,4 °C und Wasser bei 100 °C. Mit fallendem Druck reduziert sich auch die Siedetemperatur (Dampfdruck) des Stoffes.

 

 

 

 

Fortgesetztes Verdampfen (Sieden) ist jedoch nur bei Abtransport des Dampfes >mittels Vakuumpumpe< möglich, d.h. die Atmosphäre im Trockenschrank muss permanent ausgetauscht werden.

Denn, entspricht der Gehalt der Flüssigkeit in der Atmosphäre dem Dampfdruck (oder wird der sogar überschritten), dann ist keine Trocknung (Verdunstung und Verdampfung) möglich.

 

 

 

Die Trocknung verläuft umso schneller, je höher die Temperatur ist und je größer die Druckunterschiede zwischen Umgebung (Atmosphäre) und dem Dampfdruck einer zu verdampfenden Substanz sind.

 

  

 

 

Die Trocknung lässt sich starten oder beschleunigen durch:

 

- Temperatur erhöhen

- Druckdifferenz vergrößern (Vakuumkammer)

 

 

Trocknung kann nur durch die Druckdifferenz, zwischen dem Umgebungsdruck (Atmosphäre) und dem Dampfdruck der zu verdampfenden Flüssigkeit erfolgen.

 

Beim Trocknen ist der Umgebungsdruck immer kleiner als der Dampfdruck, PU < PG.

 

Wasser in flüssigem Zustand geht sofort in gasförmigen Zustand über. Es beginnt zu sieden. Dadurch erhöht sich der Totaldruck im Vakuum-Trockenschrank wieder bis maximal zum Sättigungsdampfdruck. Wird dieser Druck erreicht, so findet kein weiteres Verdampfen oder Verdunsten mehr statt